An schweizweit 52 Standorten wollen die SBB die Partnerschaften fr den Verkauf von Bahnbilletten per Ende 2017 auflsen; 18 Standorte befinden sich im Kanton Zrich. Der VCS Schweiz hat im Mrz dieses Jahres den SBB eine Petition mit rund 32000 Unterschriften gegen diese Schliessungen berreicht. Mitunterzeichnerin war unter anderem auch unsere Dachorganisation IGV. Der VV Zrich versucht, differenziert Stellung zu nehmen.
Ist es nur Abbau oder auch Umbau der Vertriebsmglichkeiten und sollte nicht an jedem Standort individuell die optimalste Lsung gefunden werden? Die Partnerschaften mit Post-, Avec-, Migrolinolden und anderen privaten Stationshaltern haben sich zwar bewhrt und werden von Bahnkunden geschtzt. Aber es rentiert trotzdem nicht ein Billet am Schalter kostet die SBB offenbar fnf Franken. Gemss SBB werden rund 55% der Billette an Automaten gekauft, die anderen 45% je rund zur Hlfte online oder am Schalter also nur noch jedes fnfte Billet am Schalter. Zudem erfolgt der Verkauf der bis jetzt eintrglichen Verkufe der Generalabonnemente zunehmend online. Der VV Zrich findet es verstndlich, dass die SBB daher berlegungen anstellen, welche Massnahmen zur Kostenreduktion zu treffen sind. Letztlich sollen sie aber auch nicht die Kosten allein tragen fr allgemeine gesellschaftliche Dienstleistungen.
Aber ist die Aufkndigung der Partnerschaften mit Privaten der alleinige Weg? Immerhin 20% der Fahrgste wnschen eine persnliche Beratung, nicht nur ltere Menschen, auch solche, die mit Automaten oder dem Internet nicht zurechtkommen. Sofern man nicht ein GA besitzt, ist der Dschungel der Sparbillette, Spezial-Aktionen, Touristikangebote, u.a.m. ein dichter. Die alternativen Vertriebs- und Informationssysteme der SBB decken zwar einen Teil der erwhnten Bedrfnisse ab. Telefonische Beratung und Bestellung ber den Railservice knnen aber ganz schn teuer sein und der ZVV-Contact im Kanton Zrich erteilt nur Ausknfte. Ob die 24-Stunden Helpline fr Billetautomaten eine wirkliche Hilfe darstellt, wenn man im Gedrnge vor dem Automaten steht, wird sich zeigen. Die kostenlosen Kursangebote mobilsein-mobilbleiben sind ein lbliches Angebot und motivieren zudem die Menschen, selber aktiv zu sein.
Trotzdem fragt sich der VV Zrich, ob eine Schliessung fr alle betroffenen Verkaufstellen das letzte Wort ist oder ob nicht je nach Lage des Bahnhofs kreativere Lsungen denkbar sind. Dort wo es zum Beispiel aus siedlungspolitischen Grnden erwnscht wre, dass ein Betreiber dazu beitrgt, ein Gebiet belebter zu machen und der Laden ohnehin offen ist. Die SBB tten gut daran, sich jede betroffene Drittverkaufstelle zusammen mit der jeweiligen Gemeinde und dem zustndigen MVU nochmals anzuschauen, um allenfalls bessere Lsungen mit einem neuen Kostenteiler zu finden. Daher sollte bei einzelnen Verkaufstellen auch eine Fristerstreckung in Erwgung gezogen werden. Das knnte durchaus eine win-win-Situation ergeben: der Gemeinde brchte es einen Standortvorteil und den Betreibern des V Goodwill der Kund/-innen, vor allem dem grssten ffentlichen Transportunternehmen SBB.