Wenn im nchsten Jahr STEP Ausbauschritt 2030/35 in die Vernehmlassung geht, wird das fderale Seilziehen in den verschiedenen Verkehrsregionen losgehen, auch wenn aus raum- und verkehrpolitischen berlegungen die meisten Prioritten feststehen. Damit muss Schluss sein! Sofern dann kein gesamtheitliches Konzept vorliegt, wohin die Bahnreise danach gehen soll, werden grosse Einzelprojekte immer wieder verschoben und den Regionen falsche Hoffnungen gemacht.
Allzu viele Stellen suggerieren uns, dass knftig das Schwergewicht auf die Kapazitt und nicht auf zustzlichen Kundennutzen gelegt werden msse, obwohl die Zahlen der letzten fnf Jahre einen relativ starken Wachstumseinbruch zeigen, eben weil den Kunden nur wenige Verbesserungen geboten wurden. Kapazittsausbauten nach STEP AS 2030/35, die mit grosser Wahrscheinlichkeit eine schlechte Ausnutzung und hauptschlich Folgekosten generieren werden, drfen keinen Platz mehr haben in Ausbauprogrammen. Wenn wir das Gewicht weiter nur auf einen Kapazittsausbau legen, mssen wir uns nicht wundern, wenn die Kosten fr die Instandhaltung der Infrastruktur aus dem Ruder laufen und die finanziellen Mittel fr den Betrieb fehlen.
Wenn man sich die Passagierfrequenzen im Schienenverkehr schweizweit anschaut, wird klar: ein Wachstum im V findet immer bis etwa fnf Jahre nach Ausbauten statt, welche die Qualitt fr die Kunden verbesserten. Dann verflacht sich die Kurve wieder. Das gilt allerdings nicht fr das ZVV-Gebiet, wo ein relativ kontinuierlicher Anstieg stattfindet. Warum? Weil seit 25 Jahren ein langfristiges Ausbaukonzept besteht, welches das Angebot fr die Kunden laufend verbessert. Im Gegensatz zu stagnierenden V-Frequenzen steigt das Wachstum beim MIV seit Jahren konstant an.
Wichtig ist daher, dass wir uns jetzt konkret Gedanken machen fr ein langfristiges Ausbaukonzept fr den Fern- und Regionalverkehr nach der Realisierung der STEP AS 2030/35-Projekte. Nur so werden wir die finanziellen Mittel zielgerichtet dort investieren knnen, wo wir einen mglichst hohen Kundennutzen stiften, so dass sich der Modalsplit wieder zugunsten des V verbessert. Auch politisch knnen wir sinnvolle Ausbauten nur zusammen mit einem Fahrplankonzept verkaufen. Sonst fordert jede Region mglichst Ausbauten auf ihrem Gebiet, unabhngig von Kosten und Nutzen. Ohne gesamtheitliches Fahrplankonzept ist ja der Nutzen auch nicht sichtbar. Wie soll beispielsweise beurteilt werden, ob der Zimmerberg- oder der Ltschbergausbau prioritr ist? Wenn wir den Ostschweizern und den Westschweizern mit einem konkreten, detaillierten Fahrplankonzept klare Vorteile fr ihre Region fr Ausbauten zwischen Zrich und Olten aufzeigen knnen (z.B. aus der eigenen Region schneller in Bern oder Zrich, Basel oder auch anderen Regionen der Schweiz), dann besteht eine Chance, dass sich auch Stimmen fr einen Ausbau ausserhalb der eigenen Grenzen finden, sonst nicht.