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Dem öV weht ein rauer Wind entgegen

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Erstellt am 18.03.2021 durch IGV Zrich
Dem V weht ein rauer Wind entgegen
Die Auflage der Fahrplne 2022 und 2023 durch den ZVV zeigt neben der Pandemie-bedingten angespannten Finanzlage etwas Weiteres: Durch die Verkehrspolitik in Stdten und Gemeinden hier vor allem die Stadt Zrich blst dem lokalen V ein rauer Wind entgegen. Aber jetzt von ungewohnter Seite, nmlich ausgerechnet von denjenigen, die den V bis anhin vehement verteidigten und frderten. Durch Temporeduktionen auf V-Achsen und die fast ausschliessliche Fokussierung auf den Fahrradverkehr wird das strkste aller Transportmittel in stdtischen Rumen zunehmend geschwcht. Die IGV Zrich bedauert solche Strategien und wird sich faktenbasiert dafr einsetzen, diesen Trend zu bremsen.
Dass die Pandemie tiefe Spuren beim V hinterlassen wird und sich dadurch in einer ernsthaften Krise befindet, ist bekannt. Der ZVV schreibt den auch in seiner Medienmitteilung vom 8. Mrz 2021: Die Steuerzahler des Kantons und der Gemeinden mssen in den nchsten Jahren deutlich hhere Defizitbeitrge fr ein fast unverndertes Angebot leisten. Diese nicht direkt beeinflussbare Situation mssen wir einfach zur Kenntnis nehmen.
Aber der V darf nicht zustzlich mit unntigen Auflagen belastet werden. Dass schleichend am Abbau eines effizienten und effektiven V gearbeitet wird, drfen wir nicht hinnehmen. Bereits auf den Fahrplanwechsel 2021/22 betrifft das einige Buslinien und sogar eine Tramlinie; Fahrzeitverlngerungen oder Betriebseinstellungen aufgrund der Kosten sind die Konsequenz. Oder im O-Ton der ZVV-Medienmitteilung: die Auswirkungen von Temporeduktionen auf den ffentlichen Verkehr sind betrchtlich: Fahrzeiten und Reiseketten verlngern sich..
Eigentlich msste man davon ausgehen, dass in Stdten und Gemeinden an einer kohrenten Verkehrspolitik gearbeitet wird, die einen effizienten, sicheren Verkehrsfluss auf Schiene, Strasse und Fusswegen ermglicht. Es geht dabei nicht darum, das Radeln oder Tempo30-Zonen schlecht zu reden. Beides gehrt in eine lebenswerte Stadt. Aber es sollte zur Kenntnis genommen werden, dass der V dass flcheneffizienteste Transportmittel in einer Stadt ist und auch mit einer gewissen Geschwindigkeit unterwegs sein muss. Selbstredend muss auch der V innovativ bleiben und offen fr neue Transportmittel, die uns bers ganze Jahr sicher und zuverlssig ans Ziel bringen.
Die IGV Zrich erwartet vor allem von Politiker/-innen der grssten Schweizer Stadt eine faktenbezogene Gesamtsicht um Verkehrsprobleme zu lsen. Es darf nicht um aufmerksamkeitsheischende Massnahmen gehen, sondern es muss die Wirkung zhlen.
Die IGV Zrich wird ihren Beitrag leisten, die Leistung des Massentransportmittels V in der Stadt zu erhalten und wieder zu strken.

Wer noch bis zum 29. Mrz 2021 Stellung zum Fahrplanentwurf 2022/23 nehmen will, findet alle Informationen hier.

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KOMMENTARE

20.3.2021
Die Attraktivitt des ffentlichen Verkehr begrndet sich im Angebot, der Zuverlssigkeit sowie konkurrenzfhigen Reisezeiten. Die Reisezeiten setzen sich aus dem Weg zur Haltestelle, der Wartezeit, der Fahrzeit, allenfalls der Umsteigezeit sowie dem Weg zum Zielort zusammen. Im urbanen Raum sind die Auswirkungen von Tempo 30 auf die Reisezeiten gering. Auf die Attraktivitt des ffentlichen Verkehr hat es wenig Einfluss, ob ich von Albisrieden in 27 oder 28 Minuten am Hauptbahnhof bin.
Demgegenber hat Tempo 30 umfassende Vorteile: Erhhung Verkehrssicherheit, Lrm- und Schadstoffemissionen, Platzgewinn, Stadtraum, etc. Anstatt diese richtige und wichtige Massnahme zu bekmpfen, wre es aus meiner Sicht wichtig, wenn der V berlegt, wie er seine Attraktivitt unter dieser Randbedingung erhalten und ausbauen kann. Das Aufbauen von Feindbildern und das Postulieren des Gegeneinanders erachte ich als nicht zukunftsorientierte Strategie.
Rupert Wimmer, Co-Prsident SVI, Zrich

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25.3.2021
Es ist kontraproduktiv, den V durch Lrmschutzmassnahmen und Velofrderung auszubremsen. Die Reisegeschwindigkeit ist auch im stdtischen Raum ein wesentlicher Faktor. Gerade der Bus, der nicht wie das Tram bereits durch kurvenbedingte Langsamfahrstellen verlangsamt wird, verliert bei einer Reduktion der Hchstgeschwindigkeit um mehr als einen Drittel massiv an Attraktivitt. Das Tram fhrt trotz leistungsstarker Fahrzeuge auf den klassischen Strassenbahnstrecken noch immer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit nicht hher als vor 100 Jahren mit den zweiachsigen Motorwgelchen. Eine Herabsetzung unter dieses Niveau ist nicht zu verantworten. Im Gegenteil ist eine Erhhung der Durchschnittsgeschwindigkeit anzustreben, wozu nebst dem Verzicht auf das Ausbremsen die konsequente Weiterfhrung der Priorisierung des V gehrt.
Urs Wenzel, Zrich

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25.3.2021
Nicht nur in der Stadt wird wegen Tempo 30 gespart. Einige Landgemeinden verlieren stndliche und/oder attraktive Nachtverbindungen auf Kosten von neuen Nachtverbindungen (N1-3 in Winterthur oder N3 in Zrich) die bereits gemss Unterlagen zum Fahrplanprojekt stndlich verkehren sollen. Dieser Ausbau auf Kosten von Landgemeinden soll und muss gestoppt werden. Gerade in dieser Pandemiezeit zieht die Bevlkerung wieder vermehrt aufs Land!!!
Betroffene Landgemeinden: Adlikon und Dgerlen im Zrcher Weinland. Die zweit genannte Gemeinde ist der Gastgeber des zweitgrssten Breitensport-Events in der Schweiz im Jahre 2023, dem Kantonalturnfest Zrich. Das so eine Gemeinde in diesem Jahr eine unattraktive Nachtverbindung erhlt ist sehr fraglich!
Adlikon hatte bis vor dem Lockdown am Wochenende einen direkten Bus (N60) von Winterthur nach Adlikon. Knftig wird Adlikon in der Nacht nur noch zweistndig bedient mit Andelfingen Adlikon Stammheim, obwohl der Nachtzug in Andelfingen jede Stunde anhlt. Die Landbevlkerung ist so gezwungen, in jeder anderen Stunde, ein teures Taxi zu bestellen um z.B. von Andelfingen nach Hause zu kommen.
Linus Meier, Adlikon

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1.4.2021
Massgebend fr das V-Angebot ist die Bestellung des Auftraggebers (Kanton, Gemeinde, Fahrgast) bei vorgegebenen Randbedingungen. Wenn diese ndern, braucht es Finanz- und/oder Betriebsanpassungen: Politik und Anbieter sind auch hier gefordert.
Robert Mller, VBZ-Ingenieur im Ruhestand

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