Die Digitalisierung bietet auch bei der Mobilitt grosse Chancen. Nicht nur bereits etablierte Fahrplan- und Ticket-Apps sondern auch multimodale Mobilittsdienstleistungen sind nur dank digitaler Technologie mglich. Dies anerkennt auch der Zrcher Regierungsrat in seiner Vernehmlassung des Bundes zu Multimodalen Mobilittsdienstleistungen. Er gewichtet aber die Risiken bei einer einseitigen ffnung der Vertriebskanle hher und lehnt die Vorlage in dieser Form zu Recht ab. Analog sieht das der VV Schweiz und weist zudem auf die NOVA-Plattform (Netzweite V-Anbindung), hin, welche fast alle Punkte bereits beinhalte. Eine Regelung im Personenbefrderungsgesetz (PBG) ist zudem der falsche Platz, weil es bei multimodaler Mobilitt um mehr geht als um ffentlichen Verkehr. Die IGV Zrich begrsst diese kritischen Sichtweisen der Zrcher Regierung und der V-Branche.
Die multimodale Mobilitt wird stark an Bedeutung zunehmen; das bestreitet wohl niemand. Wir alle wollen das optimale Transportmittel fr unsere Reise bequem whlen knnen. Und tun das heute ja schon, wenn wir ber ein ZVV- oder SBB-App einchecken oder ein Billet kaufen. Mehr und mehr private Mobilittsanbieter und Mobilittsvermittler tummeln sich auf diesem Markt. Allerdings haben solche Unternehmen mehr den betriebswirtschaftlichen Gewinn im Fokus als volkswirtschaftliche Interessen. Beispielsweise knnten durch Fehlanreize bei der Reisevermittlung kohrente kantonale und nationale Verkehrs- und Raumplanungsziele unter Druck geraten. Oder saugen letztlich internationale Player in der digitalen Cloud die Gewinne ab und die Kosten bleiben beim Staat bzw. Steuerzahler hngen. Auch wenn alle Mobilittsvermittler den V-Unternehmen den regulren Preis fr Billette abliefern mssen, besteht die Gefahr, dass Mittel abfliessen knnten, die letztlich in der physischen Transportwelt fehlen. Also dort, wo Transport stattfindet: Wer zahlt letztlich die Infrastruktur, das Rollmaterial oder den Betrieb? Leicht geht vergessen, dass wir uns nicht digital von A nach B bewegen sondern klassisch auf Schienen und Strassen.
The winner takes it all? wie Matthias Finger, Professor an der EPFL, in seinem Vortrag
Wie verndert die Digitalisierung die Mobilitt und den Investitionsbedarf in die Infrastruktur? am Dialoganlass Verkehrsinfrastruktur 2035 von Avenir Mobilit rhetorisch fragt. Er weist logischerweise darauf hin, dass die Wertschpfung im digitalen Teil der Mobilittskette die Infrastruktur finanzieren muss. Und postuliert weiter: Wir brauchen ein besseres Verstndnis dafr, wie sich die Digitalisierung auf die Infrastrukturen auswirkt. Nur dann knnten wir daraus den Regulierungsbedarf ableiten und der scheint nicht nur der IGV Zrich dringlich.
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