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Multimodale Mobilität … aber richtig!

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Erstellt vor 3 Monaten durch IGöV Zürich
Multimodale Mobilität … aber richtig!
Die Digitalisierung bietet auch bei der Mobilität grosse Chancen. Nicht nur bereits etablierte Fahrplan- und Ticket-Apps sondern auch multimodale Mobilitätsdienstleistungen sind nur dank digitaler Technologie möglich. Dies anerkennt auch der Zürcher Regierungsrat in seiner Vernehmlassung des Bundes zu «Multimodalen Mobilitätsdienstleistungen». Er gewichtet aber die Risiken bei einer einseitigen Öffnung der Vertriebskanäle höher und lehnt die Vorlage in dieser Form zu Recht ab. Analog sieht das der VöV Schweiz und weist zudem auf die NOVA-Plattform (Netzweite ÖV-Anbindung), hin, welche fast alle Punkte bereits beinhalte. Eine Regelung im Personenbeförderungsgesetz (PBG) ist zudem der falsche Platz, weil es bei multimodaler Mobilität um mehr geht als um öffentlichen Verkehr. Die IGöV Zürich begrüsst diese kritischen Sichtweisen der Zürcher Regierung und der öV-Branche.
Die multimodale Mobilität wird stark an Bedeutung zunehmen; das bestreitet wohl niemand. Wir alle wollen das optimale Transportmittel für unsere Reise bequem wählen können. Und tun das heute ja schon, wenn wir über ein ZVV- oder SBB-App einchecken oder ein Billet kaufen. Mehr und mehr private Mobilitätsanbieter und Mobilitätsvermittler tummeln sich auf diesem Markt. Allerdings haben solche Unternehmen mehr den betriebswirtschaftlichen Gewinn im Fokus als volkswirtschaftliche Interessen. Beispielsweise könnten durch Fehlanreize bei der Reisevermittlung kohärente kantonale und nationale Verkehrs- und Raumplanungsziele unter Druck geraten. Oder saugen letztlich internationale Player in der digitalen Cloud die Gewinne ab und die Kosten bleiben beim Staat bzw. Steuerzahler hängen. Auch wenn alle Mobilitätsvermittler den öV-Unternehmen den regulären Preis für Billette abliefern müssen, besteht die Gefahr, dass Mittel abfliessen könnten, die letztlich in der physischen Transportwelt fehlen. Also dort, wo Transport stattfindet: Wer zahlt letztlich die Infrastruktur, das Rollmaterial oder den Betrieb? Leicht geht vergessen, dass wir uns nicht digital von A nach B bewegen sondern klassisch auf Schienen und Strassen.
«The winner takes it all?» wie Matthias Finger, Professor an der EPFL, in seinem Vortrag «Wie verändert die Digitalisierung die Mobilität und den Investitionsbedarf in die Infrastruktur?» am Dialoganlass «Verkehrsinfrastruktur 2035» von Avenir Mobilité rhetorisch fragt. Er weist logischerweise darauf hin, dass die Wertschöpfung im digitalen Teil der Mobilitätskette die Infrastruktur finanzieren muss. Und postuliert weiter: «Wir brauchen ein besseres Verständnis dafür, wie sich die Digitalisierung auf die Infrastrukturen auswirkt». Nur dann könnten wir daraus den Regulierungsbedarf ableiten – und der scheint nicht nur der IGöV Zürich dringlich.


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